Diabetische Hautpflege

20.11.2016

Fotolia  279photoAm 14.11.2016 war Welt-Diabetes-Tag. Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Menschen. Infolge des schlecht eingestellten Blutzuckers kommt es bei Betroffenen häufig zu Hautveränderungen. Die Läsionen erscheinen bei etwa 30 bis 70 % der Patienten, manchmal sogar vor dem Auftreten erster klinischer Symptome. medicalpress erklärt, worauf es bei der diabetischen Hautpflege ankommt.
 
Sweet, sweet, sweet!
Im Falle eines erhöhten Blutzuckerspiegels kommt es zu einer nichtenzymatischen Glykation, also der pathologischen Kombination von Zucker und Proteinen oder Lipiden. Dieser Vorgang ist schleichend und führt in der biologischen Aktivität von Proteinen zu einer Änderung der Art ihrer Verteilung. Dabei entstehen die sog. Advanced Glycation Endproducts (AGE), die sich mit einer Vielzahl an Proteinen verbinden, was zu einer abnormalen Kollagenvernetzung führt, die sich ihrerseits negativ auf das Erscheinungsbild der Haut auswirkt.    
 
Die Haut als Spiegel des Blutzuckerspiegels?
Die häufigsten Merkmale im Zusammenhang mit diabetischen Hautveränderungen sind Trockenheit und Juckreiz, Necrobiosis lipoidica, Granuloma anulare, Acanthosis nigricans und der diabetische Fuß. Bei nahezu allen Patienten kommt es zu Pruritus, einer hohen Hauttrockenheit sowie der gestörten Funktion der epidermalen Barriere. Darüber hinaus ist die Aktivität der Schweiß- und Talgdrüsen herabgesenkt. Diabetische Haut neigt häufiger zu Infektionen.
 
Die Rolle der Emollienten in der Hautpflege von Diabetikern
Gesunde Haut mit einer intakten epidermalen Barriere schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust, dem Eindringen von Krankheitserregern und Allergenen. Weil die Haut von Diabetikern unter starker Trockenheit, Juckreiz und vermehrter Hornhautbildung leidet, ist es besonders wichtig, ihr Feuchtigkeitsniveau aufrechtzuerhalten. Eine systematische, an die Bedürfnisse von diabetischer Haut angepasste Pflege stabilisiert ihren Zustand und stärkt die Hautbarriere. Wirkstoffe wie Gylcerol, Urea, Panthenol, Hyaluronsäure oder Lactat transportieren Wassermoleküle aus den tieferen Schichten der Epidermis, binden sie und halten sie innerhalb des Stratum corneum.  
 
Mit Präbiotika die Barrierefunktion wieder auf Trab bringen
Besonders empfehlenswert ist die Verwendung von Formulierungen, die mit Hilfe von Präbiotika wie etwa Biolin das Wachstum von probiotischen Bakterien und die Wiederherstellung der physiologischen Hautflora fördern. Sie unterstützen die Barrierefunktion und verringern das Risiko von Hautinfektionen. Präbiotika verhindern die Vermehrung einer pathogenen Flora.
 
Text: medicalpress.de





Seite weiterempfehlen