Der allergikerfreundliche Apfel kommt
Im Jahr 2025 werden zwei neue Apfelsorten mit geringem Allergengehalt als frühe und späte Sorte in Deutschland marktreif. Die beiden Apfelsorten geben über einer Million Apfelallergikern in Deutschland nun die Möglichkeit, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden durch den regelmäßigen Genuss von Äpfeln zu erhöhen - ohne Angst vor einer allergischen Reaktion, die bei einer Apfelallergie, wie dem Oralen Allergie-Syndrom (OAS), auftreten kann.
Beide Sorten, die noch keinen Handelsnamen tragen, konnten von Apfelallergikern bei klinischen Studien über drei Jahre ohne Probleme gegessen werden. Die beiden ECARF getesteten Apfelsorten werden zukünftig am ECARF-Qualitätssiegel für Allergikerfreundlichkeit erkennbar sein.
Äpfel haben durch den Gehalt von sogenannten Polyphenolen eine Reihe medizinisch positiver Eigenschaften. Sie führen bei regelmäßigem Genuss zu Verbesserung des Blutdrucks, Reduzierung von Herzinfarkten und vielen anderen gesundheitsfördernden Effekten.
Die Früchte der beiden Sorten werden in den nächsten Jahren laufend auf ihre Allergikerfreundlichkeit überprüft. So soll sichergestellt werden, dass die sehr geringe Mengen an Allergenen bei Apfelallergikern zu keinen klinisch relevanten allergischen Symptomen führen. Absolute Sicherheit, dass beim Essen der Äpfel garantiert keine Beschwerden empfunden werden, kann jedoch auch bei einem zertifizierten allergikerfreundlichen Apfel nicht gegeben werden.
Beim Essen können grundsätzlich Befindlichkeiten auftreten, die auch nicht-allergischer Natur sind. Die Allergenität von Äpfeln wird durch mehrere Faktoren beeinflusst: Die Sorte, die Umstände ihres Anbaus, die Reifung und auch die Lagerbedingungen nach der Ernte. Die menschliche Immunabwehr bringt die Allergene von Birkenpollen (Bet v1) und Äpfeln (Mal d1) durcheinander, die sich sehr ähneln. Deshalb folgt einer Birkenpollenallergie in Form von Heuschnupfen oftmals die sogenannte Kreuzallergie - eine allergische Reaktion nach dem Verzehr von handelsüblichen Supermarktäpfeln. In Deutschland wurden bei über sieben Millionen Menschen spezifische Antikörper gegen das Hauptallergen in Äpfeln (Mal d1) festgestellt. Millionen von ihnen reagieren beim Essen von Äpfeln mit dem Oralen Allergie-Syndrom (OAS), Jucken von Lippen und Zunge, Schwellungen der Mundschleimhaut, Verengungen im Halsbereich und anderem. Die Apfelallergie ist in Europa weit verbreitet, ohne dass eine wirksame subkutane oder sublinguale Immuntherapie zur Verfügung steht. Apfelallergiker konnten bisher nur auf den Genuss von Äpfeln verzichten oder die Äpfel vor Verzehr erhitzen, da Hitze die Allergene deaktiviert [19, 20].
[19] Becker, S., Becker, S., Chebib, S. et al. Die Testung von Äpfeln auf ihre Allergenität. Erwerbs-Obstbau 63, 409–415 (2021). https://link.springer.com/article/10.1007/s10341-021-00600-7
[20] Bergmann, KC., Zuberbier, J., Zuberbier, T. et al. Apfelallergie – Toleranzentwicklung durch regelmäßigen Konsum allergenarmer Äpfel. Eine Beobachtungsstudie. Erwerbs-Obstbau 62, 267–273 (2020). https://link.springer.com/article/10.1007/s10341-020-00492-z





