Sonnenschutz für extrem sonnenempfindliche Haut

03.08.2008Eine extrem gesteigerte Lichtempfindlichkeit kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. ein sehr heller Hauttyp, die Einnahme von bestimmten Medikamenten, nach medizinischen Behandlungen wie z.B. Lasertherapien, bei Sonnenallergien und bei Pigmentstörungen wie der Vitiligo. Auch bei Kindern ist ein besonders intensiver Sonnenschutz von großer Bedeutung.

Aus den verschiedensten Gründen sind die Eigenschutzmechanismen der Haut zum Schutz gegen die UV Strahlung der Sonne wie die Bildung der Lichtschwiele und die Pigmentierung durch Melanin bei diesen Menschen nicht gut entwickelt. Trotzdem wünschen sich auch Menschen mit einer gesteigerten Sonnenempfindlichkeit einen normalen Umgang mit der Sonne, die ja trotz aller bekannten möglichen negativen Folgen der UV Strahlung eine enorme Bedeutung für unser allgemeines Wohlbefinden hat. Gerade der lange Winter in diesem Jahr hat die Sehnsucht nach der Wärme und dem Licht der Sonnenstrahlung in uns allen verstärkt. Damit aber auch Menschen mit extremer Sonnenempfindlichkeit die positiven Effekte der Sonne genießen können, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Der allgemeine Umgang mit der Sonne sollte vernünftig und maßvoll sein, was natürlich auch für normal sonnenempfindliche Personen gelten sollte, aber z.B. für Vitiligo Patienten von ganz besonderer Bedeutung ist. Dazu gehören z.B. die folgenden Regeln im Umgang mit der Sonne:

Sonnenschutz auch im Schatten verwenden

Die ultraviolette Strahlung der Sonne ist auch im Schatten da und wird oft unterschätzt! Deshalb ist auch im Schatten ein Lichtschutz erforderlich, besonders dann, wenn viel Strahlung reflektiert wird, wie z.B. am weißen Sandstrand. Besonders vorsichtig sollte man auch im Skiurlaub sein, Schnee reflektiert die Sonne zu fast 100%!

Bei schwerem Sonnenbrand zum Arzt

Bei einem schweren Sonnenbrand d.h. Entwicklung von Blasen bzw. sehr ausgedehnten Rötungen oder allgemeinen Beschwerden wie Fieber und Schüttelfrost sollte ein Arzt aufgesucht werden, um durch eine schnelle Therapie mögliche Folgen zu verhindern.

Between eleven and three, stay under a tree”: Die Mittagssonne meiden!
Nicht ohne Grund wird in südlichen Ländern in der Mittagszeit eine “Siesta” eingelegt. Nicht nur der Hitze kann man so entkommen, man entgeht auch der Zeit mit der höchsten UV-Belastung für die Haut und reduziert so das Risiko eines Sonnenbrandes und von Spätschäden für die Haut.

Kein „Vorbräunen“ im Solarium!

Vom so genannten „Vorbräunen“ im Solarium muß aus dermatologischer Sicht dringend abgeraten werden.
Die dort eingesetzten Lampen strahlen oft im wesentlichen die langwellige UVA Strahlung aus und nicht das natürliche UV Spektrum der Sonne mit UVA und UVB. Die so künstlich erworbene Bräune sieht nicht nur anders aus, sondern schützt auch schlechter vor Sonnenschäden als eine natürlich in der Sonne erworbene Bräune. Außerdem ist mittlerweile bekannt, dass gerade die UVA Strahlung maßgeblich an der vorzeitigen Hautalterung beteiligt ist.

Die richtige Höhe des Lichtschutzfaktor (LSF) wählen

Der Lichtschutzfaktor verlängert die Zeit, bis eine Rötung auf der Haut eintritt - was in etwas der individuellen Eigenschutzzeit entspricht- um den Faktor X. Wenn also eine Person nach 10 Minuten einen Sonnenbrand hätte ohne Sonnenschutz, bekommt diese Person mit einem Lichtschutzfaktor von 10 nach 100 Minuten einen Sonnenbrand. Da allerdings schon vor der Entstehung einer sichtbaren Rötung Hautschäden auftreten können, sollte diese Zeit nur bis zu 60% genutzt werden.
Die Höhe des richtigen Lichtschutzfaktors hängt vor allem von der Strahlungsintensität des Aufenthaltsortes ab und von der individuellen Sonnenempfindlichkeit . Grundsätzlich sollte vor allem am Anfang eines Urlaubes ein höherer Lichtschutzfaktor aufgetragen werden. Menschen mit Vitiligo sollten in den nicht pigmentierten Arealen ausnahmslos Produkte mit einem maximal möglichen Lichtschutzfaktor verwenden. Das sind in Deutschland Präparate mit einem Lichtschutzfaktor 50+.

Sonnenschutz in den Bergen

Da die Intensität der UV-Strahlung mit der Höhe über dem Meeresspiegel um etwas 10% pro 1000 Höhenmeter ansteigt, sollte bei einem Aufenthalt in den Bergen auch im Sommer ohne reflektierenden Schnee ein höherer Lichtschutzfaktor als im Flachland angewendet werden.

Alle 2 Stunden wieder eincremen!
Das ist zwar lästig aber sehr wichtig, damit der Sonnenschutz auch sicher wirken kann. Aber Vorsicht, dadurch kann man nicht länger in der Sonne bleiben, man erhält nur den mittels Lichtschutzfaktor definierten Lichtschutz in voller Höhe aufrecht!

Sonnenschutz und Medikamente

Es gibt z.B. bestimmte Antibiotika, die die Haut sehr lichtempfindlich machen und so das Risiko schwerer Sonnenbrände erhöhen. Bitte fragen Sie im Einzellfall einen Arzt oder Apotheker, bevor Sie in die Sonne gehen, wenn sie neue Medikamente einnehmen. Das gilt übrigens nicht nur für verschreibungspflichtige Präparate, auch z.B. pflanzliche Stoffe wie das Johanniskraut zur Stimmungsaufhellung können die Lichtempfindlichkeit extrem steigern.

Rechtzeitig eincremen!

Gerade Menschen mit sehr sonnenempfindlicher Haut und Kinder mit ihrer besonders empfindlichen Haut können schon nach wenigen Minuten Hautschäden durch die Sonne aufweisen. Das Sonnenschutzprodukt sollte aufgetragen werden, bevor man die Sonne geht, nicht erst in der Sonne. Bis z.B. die Mutter ihre zwei kleinen Kinder eingecremt hat, hat sie möglicherweise schon den ersten Sonnenbrand auf den eigene Schultern!

Wenig Haare, wenig Schutz –den Hut nicht vergessen!

Gerade Männer mit wenig Haaren auf dem Kopf sollten immer eine entsprechende Kopfbedeckung tragen, den der Winkel der UV-Strahlen ist auf dem behaarten Kopf sehr steil und es kann sehr schnell zu Verbrennungen kommen. Haare sind nämlich nicht nur dekorativ, sondern auch ein Schutz gegen Auskühlung und UV-Strahlung!



Neben einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor sollten Sonnenschutzpräparate gerade bei gesteigerter Lichtempfindlichkeit nicht nur gegen UVB Strahlung schützen, sondern auch einen hohen Schutz gegen UVA Strahlung aufweisen.
Vielen ist nicht bekannt, dass der ultraviolette Anteil der Sonnenstrahlung in UVA- und UVB-Strahlung unterteilt wird. Dabei haben UVA- und UVB-Strahlung unterschiedliche Effekte auf die Haut: Die UVB-Strahlung verursacht im wesentlichen den Sonnenbrand, während die UVA-Strahlung hauptsächlich verantwortlich für die vorzeitige Hautalterung ist. Gemeinsames Merkmal der Wellenlänge 290-400nm (UVA und UVB) ist die Schädigung der Erbsubstanz der Hautzellen, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von Hautkrebs steht.

Bis vor kurzem hat man dem UVA-Schutz wenig Bedeutung zugeschrieben. Auf vielen Sonnenschutzprodukten war nur der LSF vermerkt. Es wurde also nur die Schutzwirkung vor UVB-Strahlen angegeben und damit im wesentlichen der Schutz vor Sonnenbrand. Über den UVA-Schutzes gab es lange Zeit keinerlei Informationen auf den Produkten.

Australien erkannte als eines der ersten Länder auch die Bedeutung des UVA-Schutzes und entwickelte einen entsprechenden Standard zur Messung und Deklarierung des UVA-Schutzes auf Sonnenschutzmitteln. Dieser Australische Standard galt auch in Deutschland längere Zeit als ausreichend. Der UVA-Schutz auf Basis der Australischen Standards wächst jedoch nicht zwangsläufig mit steigendem UVB-Schutz (LSF). Aufgrund der neuen Erkenntnisse zu den Gefahren der UVA-Strahlung (DNA-Schäden) hat man erkannt, dass ein höherer UVA-Schutz erforderlich ist – vor allem bei höheren Lichtschutzfaktoren. 

Z.B. entwickelte die Lichtschutzforschung der Firma Beiersdorf (Eucerin Sonnenempfindliche Haut) daher in den letzten Jahren einen neuen UVA-Standard: Die UVA+UVB-Schutzbalance. Diese neue Methode gewährleistet, dass die Haut auch bei höheren Lichtschutzfaktorenn, z.B. 30 oder 50, deutlich besser gegen UVA-Strahlen geschützt ist. Untersuchungen an Hautzellen, welche mit dem natürlichen Spektrum der Sonnenstrahlung bestrahlt wurden, konnten diesen verbesserten Schutz bestätigen. So bleibt die Vitalität der bestrahlten und mit UVA+UVB-Schutzbalance geschützten Hautzellen erhalten.

Die UVA+UVB-Schutzbalance ist bisher die einzige als Deutsche Industrienorm (DIN 67502) anerkannte UVA-Messmethode.

Auch Kinderhaut hat besondere Ansprüche an den Sonnenschutz. Die zarte Haut hat noch unreife Eigenschutzmechanismen und ist außerdem dünner und empfindlicher als die Haut Erwachsener. Neben entsprechender Kleidung wie z.B. einem Hut mit Nackenschutz sollten spezielle Lichtschutzprodukte eingesetzt werden, die weder Parfüm noch Farbstoffe enthalten und einen hohen Lichtschutzfaktor aufweisen. Bei ganz kleinen Kindern sollte auch auf chemische Lichtschutzfilter verzichtet werden. Eltern sollten auch darauf achten, dass die Produkte „extra wasserfest“ sind, da die Intensität der UVB-Strahlen auch einen Meter unter der Wasseroberfläche noch 50% betragen.

Produktempfehlung bei extrem geteigerter Sonnenempfindlichkeit wie z.B. bei Vitiligo:

Eucerin® Ultra Schutz Sonnencreme 50+
•    Maximaler UVB-Schutz mit Lichtschutzfaktor 50+
•    Hoher UVA-Schutz mit UVA+UVB-Schutzbalance (DIN)
•    Wirksamkeit und Verträglichkeit bei erkrankter Haut (z.B. Vitiligo) in klinischen Studien bestätigt
•    Wasserfest
•    Frei von Parüm und Farbstoffen
•    Mit zellschützendem Vitamin E

Produktempfehlung für Kinder:

Eucerin® Kinder Intensivschutz Sonnenspray 40
•    Auch bei Neurodermitis geeignet
•    Hoher UVA-Schutz mit UVA+UVB-Schutzbalance (DIN)
•    Verträglichkeit in klinischen Studien bestätigt
•    Extra wasserfest
•    Frei von Parüm und Farbstoffen
•    Mit hautberuhigendem Dexpanthenol
•    Mit zellschützendem Vitamin

Eucerin® Kleinkinder Micropigment Sonnenlotion 25
•    Ohne chemische Filter
•    Auch bei Neurodermitis geeignet
•    Hoher UVA-Schutz mit UVA+UVB-Schutzbalance (DIN)
•    Verträglichkeit in klinischen Studien bestätigt
•    Extra wasserfest
•    Frei von Parüm und Farbstoffen
•    Mit hautberuhigendem Dexpanthenol
•    Mit zellschützendem Vitamin


Dr. med. Julia Mergell, Dermatologin / Eucerin®




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