Loading...
02.11.2026

Anzeige

Anzeige

Allergenspezifische Immuntherapie Hyposensibilisierung

Die allergenspezifische Immuntherapie (ASIT), umgangssprachlich Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt, ist die einzige ursächliche (kausale) Behandlung einer IgE-vermittelten Allergie.

Anzeige

Anzeige
Bild

Statt nur Symptome zu lindern, gewöhnt sie das Immunsystem schrittweise an das Allergen und kann langfristig sogar zur Heilung führen.

Dem Körper werden über einen längeren Zeitraum kontrolliert kleine, steigende Mengen des auslösenden Allergens verabreicht. Dadurch kommt es zu einem Isotypenswitch: Die IgE-vermittelte Überreaktion wird auf IgG umgelenkt, das Allergene unschädlich machen kann, ohne Mastzellen zu aktivieren und Entzündungen auszulösen.

Therapieformen

Form
Bezeichnung
Anwendung

Subkutan
SCIT
Spritze ins Unterhautfettgewebe des Oberarms (wöchentlich in der Aufbauphase, dann alle 4–8 Wochen)

Sublingual
SLIT
Tropfen oder Schmelztablette unter die Zunge, 1–2 Min. halten, dann schlucken (täglich selbst zu Hause)

Ablauf & Dauer

  • Aufbauphase: Steigende Allergendosis über ca. 16 Wochen bis zur Erhaltungsdosis
  • Erhaltungsphase: Gleichbleibende Dosis in größeren Abständen
  • Gesamtdauer: mindestens 3 Jahre (bei Insektengiftallergien 3–5 Jahre, teils lebenslang)
  • Erste Besserung oft schon im 1. Behandlungsjahr; die Wirkung kann nach Therapieende bis zu 10 Jahre anhalten

Wirksamkeit

Gut belegt bei:

  • Pollenallergien (Gräser, Birke, Hasel, Erle, Beifuß) – Symptomreduktion bis zu 85 %
  • Hausstaubmilbenallergie
  • Insektengiftallergie (Biene, Wespe) – Erfolgsquote ~90 %
  • Allergisches Asthma (bei Erwachsenen gut belegt)
  • Zusätzlich: Prävention der Entwicklung von Asthma bei Kindern mit Heuschnupfen

Voraussetzungen & Einschränkungen

  • Genaue Diagnose des Allergens und verfügbares Therapiepräparat erforderlich
  • Ab ca. 5–6 Jahren möglich
  • Nur bei IgE-vermittelten Typ-I-Allergien wirksam (nicht bei Kontaktallergien/Spättyp)
  • Bei saisonalen Allergenen idealerweise im Herbst/Winter beginnen, während der Pollensaison Dosis reduzieren oder pausieren

Wie teuer ist die Hyposensibilisierung und zahlt die Krankenkasse?

Die Hyposensibilisierung wird in Deutschland von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Medizinische Notwendigkeit (Symptome trotz antiallergischer Medikamente)
  • Zugelassenes Präparat (Festbetragsbindung bei der GKV)
  • Verordnung durch einen Allergologen oder Arzt mit allergologischer Zusatzqualifikation
  • Bei Insektengiftallergie: nicht nur Hautsymptome, berufliches Risiko oder deutliche Einschränkung der Lebensqualität

Was du selbst zahlst (GKV)

Die Kasse übernimmt die Behandlung als Sachleistung. Du zahlst nur die reguläre Arzneimittel-Zuzahlung:

  • Zuzahlung pro Präparat 10 % des Abgabepreises, mind. 5 €, max. 10 €
  • Bei Kindern keine Zuzahlung
  • Zuzahlungsgrenze 2 % des Bruttojahreseinkommens (chronisch krank: 1 %) → danach Befreiung

Gesamtkosten (Orientierung)

  • Therapieform Kosten über 3 Jahre
  • SCIT (Spritze) ca. 2.400 €
  • SLIT (Tablette/Tropfen) ca.1.500 – 2.000 €

Die Kosten setzen sich zusammen aus dem Allergenpräparat (der größte Posten: ca. 530–930 €/Jahr) und den ärztlichen Leistungen (ca. 12 € pro Injektion bei der SCIT).

PKV

  • Privatversicherte erhalten die Behandlung in der Regel vollständig erstattet, sofern der Tarif keinen Leistungsausschluss für Allergien enthält und die Allergie entweder nach Vertragsschluss aufgetreten oder im Antrag angegeben wurde.
  • Bei Bestehen einer Allergie zum Vertragsabschluss kann ein Risikozuschlag (ca. 15–45 %) oder ein Ausschluss vereinbart sein.
  • Wichtig: Bei einem nicht zugelassenen Präparat (z.B. off-label-Therapie bei Kindern) muss die Kostenübernahme vorab mit der Kasse geklärt werden – die GKV ist dann nicht automatisch verpflichtet zu zahlen.

Welche Nebenwirkungen hat die Behandlung?

Die meisten Nebenwirkungen sind mild, vorübergehend und treten vor allem in der Aufbauphase auf. Sie nehmen im Laufe der Therapie deutlich ab.

Wichtig:

Bei der SCIT müssen Patientinnen / Patienten nach jeder Spritze mindestens 30 Minuten in der Praxis bleiben, um im Notfall sofort behandelt werden zu können.

Recherche auch mit KI-generierten Inhalten. Verifizieren Sie die Inhalte.

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Unsere Medien
für Deine Haut.

Anzeige

Deutscher Neurodermitis Bund e.V.

Anzeige

Deutsche Rosazea Hilfe e.V.

Anzeige

Deutscher Vitiligo Verein e.V.

Anzeige

Das Magazin für die gesunde Haut
und wie man sie gesund erhält

Jetzt unseren Newsletter abonnieren!

Immer aktuelle Infos zu Ihrem Hautthema. Monatlich direkt ins E-Mail-Postfach!

Jetzt anmelden!

powered by webEdition CMS