Was passiert mit der Haut in der Schwangerschaft?

09.08.2010
Haut und Hormone sind eine Einheit. Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre sind Zeiten der große hormonellen Umstellungen und der Hautveränderungen. Während in der Pubertät Akne und unreine Haut die Folgen der „verrückten“ Hormone sind, können in der Schwangerschaft Hautkrankheiten verschwinden und latente Hautprobleme zum Ausbruch kommen.

Bekannt sind Fälle von Schuppenflechte oder Neurodermitis, die während der Schwangerschaft verschwanden und andere Frauen bekommen das erste Mal im Leben juckende Hauterkrankungen. Hinter diesem Phänomen stecken Hormonveränderungen. Östrogene lassen die Haut strahlen. Das Bindegewebe wird unterstützt und die Lederhaut festigt sich. Östrogene verstärken auch die Pigmentierung, z. B. werden Muttermale und Brustwarzen dunkler. Nicht gewünscht sind bräunliche Verfärbungen im Gesicht, die mit intensiver Sonneneinstrahlung stärker werden. Die Verfärbungen werden Chloasmen genannt. Sie können auch Hals, Schulter und Arme befallen. Nicht nur Schwangerschaften lösen die verstärkte Pigmentierung aus, auch die Pille kann als Nebenwirkung verstärkte Melanineinlagerung der Haut hervorrufen. Nach dem Absetzen der Pille oder mit der Geburt verschwinden diese dunklen Stellen wieder. Aufpassen sollten Schwangere mit parfümierten Lotions oder Cremes, durch Parfum entstehen Hautverfärbungen, die länger erhalten bleiben. Gegen die unerwünschten Flecken hilft am besten eine starke Sonnencreme. Wenn die Flecken nicht verschwinden, kann der Hautarzt spezielle Cremes mit Vitamin A-Säure und Vitamin C verschreiben.

PUPPP oder juckende Quaddeln am Bauch
Neben den unbedenklichen dunklen Hautflecken gibt es auch Hautkrankheiten, die nur in der Schwangerschaft vorkommen. Dazu gehört die Schwangerschaftsdermatose PEP oder PUPPP genannt. PUPPP steht für pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy. Es ist eine stark juckende Hautkrankheit, die meist in der ersten Schwangerschaft und dann in der zweiten Hälfte auftreten kann. Wichtig ist, dass der Arzt die richtige Diagnose stellt und die Therapie anpasst, da manche Medikamente für Schwangere nicht geeignet sind. Vorsicht ist bei Kortison angeraten. Die Hautausschläge beginnen meistens dort, wo starke Hautdehnungen auftreten, im Bereich des Bauchnabels. Es bilden sich Quaddeln und plattenartige Hautveränderungen. Später weiten sich diese Veränderungen zu regelrechten Hautentzündungen aus. Diese können den Rumpf, Arme und Beine überziehen. Juckende Stellen verschwinden und bilden sich neu. Die Schwere des PUPPP ist individuell sehr unterschiedlich. Immer beginnen die Beschwerden in der zweiten Schwangerschaftshälfte und klingen nach der Geburt wieder ab. Die Schwangerschaft selbst und das Kind werden nicht beeinträchtigt. Warum Frauen erkranken und was die Ursache ist, ist bisher nicht bekannt. Nur eine von 150 Schwangeren erkrankt daran. Das Wiederauftreten bei einer erneuten Schwangerschaft ist möglich.

Eine sehr seltene Hauterkrankung ist Herpes gestationis. Sie keine Virusinfektion, sondern eine blasenbildende Autoimmunerkrankung, die dazu neigt bei späteren Schwangerschaften erneut aufzutreten. Es bilden sich meist gerötete Flecken und Plaques sowie Bläschen auf gerötetem Grund. Die Flecken breiten sich über den Bauch auf die Oberschenkel aus. Auch die Extremitäten, Hand- und Fußsohlen können mitbetroffen sein. Sie kann während Schwangerschaft und kurz nach der Geburt auftreten. Meistens dauert sie einige Wochen an, aber sie kann auch monatelang nach der Entbindung quälen. Für das Kind besteht keine Gefahr. Zum Glück ist unter ca. 50.000 Schwangeren nur eine betroffen.

Tipps für eine schöne Haut während und nach der Schwangerschaft




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