Antioxidative Nahrungsergänzung bei Vitiligo

05.09.2008Vermutlich ist nicht nur ausschließlich die eine oder andere Ursache an der Entstehung der Vitiligo beteiligt, sondern es sind mehrere Faktoren, die erst durch ihre Kombination zur Auslösung der Erkrankung führen.

Der Zusammenbruch der Schutzsysteme gegen oxidativen Stress spielt auch bei der Entstehung der Vitiligo eine Rolle.

Radikaltheorie und oxidativer Stress:
Diese Theorie lässt einen Zusammenhang mit Sauerstoffradikalen vermuten. Die Katalase, ein Enzym, das Sauerstoffradikale entgiftet, ist in den weißen Flecken nicht mehr voll aktiv. Daher reichern sich die Radikale, allen voran das Wasserstoffsuperoxid (H2O2), in der Oberhaut an und begünstigen die Zerstörung der Melanozyten.
Das Ergebnis:

? Die Konzentration des reaktiven Sauerstoffmoleküls Wasserstoffsuperoxid (H2O2) steigt. H2O2 hemmt die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin und trägt zur Zerstörung der Melanozyten (Pigmentzellen) bei.

? Die Menge des antioxidativen Enzyms Katalase sinkt. Normalerweise baut Katalase H2O2 ab. Durch die Reduktion von Katalase erhöht sich die Konzentration des Wasserstoffsuperoxids (H2O2) weiter.

? H2O2 hemmt das Schlüsselenzym der Melaninbildung (Pigmentbildung), die Tyrosinase.

? Ausgehend von H2O2 können sich hochaggressive Hydroxylradikale bilden. Diese können das Melanin bleichen und Melanozyten zerstören.

? Oxidativer Stress wird ausgelöst durch Sauerstoffradikale.

Der menschliche Organismus hat Verteidigungsstrategien gegen diese Radikale entwickelt. Das Ziel ist die Beseitigung freier Radikale und auf diese Weise die Verminderung von oxidativem Stress. Oxidation bedeutet die Abgabe von Elektronen eines Stoffes an einen anderen Stoff. Freie Radikale sind aggressive, sauerstoffhaltige Verbindungen, die ein freies Elektron haben und deshalb sehr reaktionsfreudig sind. Sie entreißen anderen Verbindungen ein Elektron oder geben eines ab, wodurch Kettenreaktionen ausgelöst werden und neue Radikale entstehen. Das führt zu Schäden in den Zellen oder der Zellen. Der Verteidigungsmechanismus des Körpers beruht sich auf:

? ein antioxidatives Enzymsystem:
Das antioxidative Enzym Katalase wandelt das Sauerstoffradikal Wasserstoffsuperoxid (H2O2) zu Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2) um und macht es so unschädlich.
Das antioxidative Enzym Superoxiddismutase (SOD) baut vor allem das freie Radikal Superoxid ab und wandelt es zu Sauerstoff und Wasserstoffsuperoxid um. Wasserstoffsuperoxid wird dann von dem Enzym Katalase deaktiviert.
Antioxidative Enzyme werden vom Körper selbst gebildet. Wichtige Bausteine dieser Enzyme (z.B. die Spurenelemente Zink, Selen, Kupfer) werden jedoch auch über die Nahrung aufgenommen.

? antioxidative Vitamine:
Diese sind unter Anderem Folsäure, Vitamin B12, Vitamin C und Vitamin E.
Antioxidantien (Oxidationshemmer) fangen freie Radikale direkt ab und neutralisieren sie, in dem sie ihnen ein Elektron abgeben, ohne selbst zum freien Radikal zu werden. Antioxidantien können zum Beispiel über die Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden.

Antioxidative Nahrungsergänzung:
In der Tabelle werden einige Beispiele bezüglich der antioxidativen  Substanzen genannt, die eingenommen werden können:

Substanz                                     Wirkweise

Melonen-Extrakt                           Aus einer Melonensorte werden die Enzyme Katalase
                                                  und Superoxiddismutase (SOD) gewonnen,
                                                  die mit deren antioxidativen Wirkung bekannt sind.

Ginkgo-biloba-Blattpulver               Dieser Pflanzenextrakt hat eine antioxidative,
                                                  durchblutungsfördernde und wahrscheinlich eine
                                                  immunmodulierende Wirkung. Immunmodulation bedeutet
                                                  Beeinflussung des Abwehrystems. Bestimmte Heilpflanzen
                                                  sind mit deren abwehrsystemregulierenden Wirkung bekannt.

Antioxidative Vitamine:                  Antioxidative Wirkung
z.B. Vitamin B12, Folsäure,   
Vitamin C, Vitamin E





Dr. (Univ. Istanbul) Raul Yaguboglu
Vitiligo-Zentrum und Hautarztpraxis Dermallegra
http://www.dermallegra.de



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www.neurodermitis-bund.de www.rosazeahilfe.de www.vitiligo-verein.de