Sonne ja, aber Vorsicht!

05.06.2011Hautkrebsprävention ist ganz einfach und bedeutet im Gegensatz zu vielen anderen Präventionsmassnahmen nicht in erster Linie Verzicht. Hier kommt es vielmehr auf das "Gewusst wie" an. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. für Sie alle relevanten Informationen über die Schutzmöglichkeiten Ihrer Haut und die Früherkennung von Hautkrebs zusammengestellt.

Die Sonne scheint! - da fällt der Start in den Tag gleich viel leichter. Sonnenschein lässt die Laune spürbar ansteigen. Schnell fallen dann am Wochenende und im Urlaub die Hüllen - rundum Braun ist die Devise, gebräunte Haut gilt als gesund und attraktiv - leider! Denn Haut und Sonne vertragen sich nicht so gut. Leicht wird aus dem Sonnenbad eine Tortur für die Haut. Und es gibt Sonnenbäder, die merkt man erst Jahre später. Aber nicht nur Sonnenbrände, auch eine übermässige UV-Bestrahlung besonders der jungen Haut kann später Hautkrebs zur Folge haben.
Doch zum Glück kann jeder einzelne von uns das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ganz beträchtlich reduzieren. Wichtig ist es, die Gefahren zu erkennen, zu vermeiden oder zumindest einzudämmen. Dann können Sie die Sonne auch geniessen.


Die 10 Sonnenregeln:

1. Meiden Sie Sonne in der Mittagszeit.

2. Geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen. Bleiben Sie in den ersten Tagen lieber im Schatten.

3. Tragen Sie in der Sonne immer sonnendichte Kleidung mit einem UV-Protektions-Faktor (UPF) der nicht geringer als 30 sein sollte. Und auf jeden Fall eine Kopf-bedeckung.

4. Cremen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit Sonnenschutzmittel ein. Tragen Sie die Sonnencreme eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf, damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann.

5. Erneuern sie Ihren Sonnenschutz mehrmals täglich. Aber Achtung: Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung.

6. Verwenden Sie beim Baden nur wasserfeste Sonnencreme. Tragen Sie die Creme nach dem Abtrocknen nochmals auf.

7. Achten Sie bei Medikamenten auf Nebenwirkungen in der Sonne. Fragen Sie sicherheitshalber Ihren Arzt.

8. Verzichten Sie in der Sonne auf Deodorants und Parfüms. So vermeiden Sie Pigmentflecken.

9. Gehen Sie mit Kindern in den ersten Jahren grundsätzlich nicht in die Sonne. Und später nur mit sonnendichter Kleidung und hohem Lichtschutzfaktor.

10. Bräunen Sie Ihre Haut besser nicht im Solarium vor. Noch mehr UV-Strahlung schadet der Haut und lässt sie schneller altern.

Hautschutz

Massvoller Sonnengenuss ist das beste Sonnenschutzmittel. Halten Sie sich möglichst im Schatten auf und bedecken Sie Ihre Haut mit sonnendichter Kleidung. Für die unbedeckten Körperstellen verwenden Sie eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor, der Ihrem Hauttyp angemessen ist. Erneuern Sie diesen Sonnenschutz mehrmals am Tag, da er sich durch Schweiss und Abreibungen nicht an allen Körperstellen gleich lang hält. Nachcremen verlängert jedoch nicht die Schutzwirkung! Und bedenken Sie bitte, dass Sonnenschutzmittel, wie eine Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC Handbook of Cancer Prevention, Vol. IV, Sunscreens, 2001), Lyon, gezeigt hat, zwar vor Sonnenbrand schützen, nicht jedoch vor Hautkrebs.
Daneben hängt das Ausmaß der schädigenden Wirkung von UV-Strahlung zum Beispiel auch von geographischer Lage, Witterungseinflüssen sowie Jahres- und Tageszeit ab. So ist ein Sonnenanbeter am 20. März um 12 Uhr mittags auf Gran Canaria fast der doppelten UV-Strahlung ausgesetzt wie in München. Mit anderen Worten: Auf den Kanaren rötet sich die Haut bereits nach der Hälfte der Zeit. Bedenken Sie diese verschiedenen Faktoren.
Einige Körperstellen brauchen besonderen Schutz. Diese sogenannten Sonnenterrassen bieten dem Sonnenlicht die größte Angriffsfläche. Dazu gehören Stirn und Kopfhaut, Nasenrücken, Augen, Ohren, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Brüste, Gesäß und Fußrücken. Die Haut reagiert hier besonders empfindlich, und der Stachelzellkrebs (Spinaliom) tritt vermehrt an den genannten Stellen auf. Halten Sie diese Bereiche möglichst bedeckt oder verwenden Sie eine Sonnencreme mit besonders hohem Lichtschutzfaktor und cremen Sie regelmäßig nach.

Freizeitverhalten

Braune Haut wirkt gilt als attraktiv, erfolgreich und gesund. Dieses seit Jahrzehnten vorherrschende Schönheitsideal hat seine Schattenseiten. Denn in Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall. Bräunung ist eine begrenzte Schutzfunktion der Haut, die immer dann einsetzt, wenn sie mit einer Sonnenbelastung fertig werden muss. Ein Zuviel an Sonne läßt die Haut schneller altern. Früh zeigen sich Runzeln und Falten, die Haut wird lederig. Und was weitaus schwerwiegender ist: Zuviel SonnenUV-Strahlung kann Hautkrebs verursachen.
Das individuelle Sonnenbrand- und Krebsrisiko hängt hauptsächlich von Ihren persönlichen Gewohnheiten ab. Überdenken Sie deshalb Ihre Einstellung zum Sonnenbaden. Entwickeln Sie ein neues Bewußtsein, und schützen Sie Ihren Körper vor UV-Strahlung und den möglichen Folgen. Ihre Haut wird es Ihnen danken!

Urlaubsvorbereitung

Auf Ihren Urlaub im Süden, im Hochgebirge oder am Meer müssen Sie jetzt nicht verzichten. Aber vermeiden Sie Ihrer Gesundheit zuliebe zu intensive und direkte Sonnenbestrahlung. Wieviel Sonne Ihnen gut tut, wissen Sie schnell, wenn Sie sich ganz realistisch einem der vier Hauttypen zuordnen. Denken Sie schon beim Kofferpacken daran, dass Kleidung am besten vor der Sonne schützt. Das gilt vor allem für Kinder und die Hauttypen 1 und 2, die besonders empfindlich auf die Sonne reagieren. Alle unbedeckten Körperstellen mit Sonnenschutzmittel eincremen.
Der Lichtschutzfaktor auf den Sonnenschutzprodukten verrät Ihnen, um wieviel länger Sie in der Sonne bleiben können, bis es zum Sonnenbrand kommt.
"Wasserratten" sind besonders gefährdet, einen Sonnenbrand zu bekommen. Selbst in drei Meter Tiefe wirken die Sonnenstrahlen noch. Das Wasser kann ihre Kraft sogar noch wie eine Lupe verstärken. Wasserfeste Sonnencreme sollten Sie also unbedingt im Gepäck haben.

Solarium

Solarium "Sonne tanken" auf Knopfdruck - für viele gehört der regelmäßige Gang ins Sonnenstudio bereits ins Wochenprogramm. Die Deutschen sind europaweit sogar Spitzenreiter im künstlichen Sonnenbaden. Rund 16 Millionen Bundesbürger besuchen mehr oder weniger oft eines der 12.000 Sonnenstudios mit insgesamt ca. 90.000 Bräunungsgeräten, die es in unserem Land gibt. Der Wunsch nach Entspannung und gleichbleibender Bräune rund ums Jahr ist meistens ausschlaggebend für das Geschäft mit den künstlichen Strahlen. Aber so einfach der Gang ins Solarium auch sein mag, so gefährlich können die Nebenwirkungen sein. Denn die Minuten auf der Sonnenbank schaden der Haut mehr, als dass sie ihr guttun. Kommt zur natürlichen Sonnenstrahlung noch die künstliche aus dem Solarium oder von der Heimsonne hinzu, erhöht sich das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Es gibt keine UV-Strahlung - sei sie künstlich oder natürlich - die Bräune bewirkt, aber Hautveränderungen ausschließt.

Empfehlungen, wenn es denn sein muss

Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V., die Deutsche Krebshilfe, die World Health Organisation (WHO), die European Society of Skin Cancer Prevention (EUROSKIN),  die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) und die Strahlenschutzkommission (SSK) sind sich einig:
Gesunde Bräune ist auch im Solarium nicht zu haben. Deshalb sollten Sie die künstliche UV-Strahlung nicht  zu kosmetischen Zwecken oder zur vermeintlichen Steigerung Ihres allgemeinen Wohlbefindens nutzen.
Wenn Sie trotz aller negativen Auswirkungen unbedingt ins Solarium wollen, tun Sie sich und Ihrer Gesundheit einen Gefallen: Beherzigen Sie die folgenden Schutzregeln, die auf den gemeinsamen Empfehlungen der oben genannten Organisationen basieren, und reduzieren Sie dadurch die Gefahren.

•Gehen Sie so wenig wie möglich ins Solarium, und verzichten Sie auf ganzjährige Dauerbräune. Pro Jahr sollten Sie höchsten etwa 50 Sonnenbäder nehmen - natürliche und künstliche Bestrahlungen insgesamt. Einen Sonnenbrand sollten Sie dabei grundsätzlich vermeiden.

•Die Bräunungsapparate sollten zu Gerätetyp 2 oder 3 gehören und in Anlehnung an die Standards IEC* 60335-2-27, DIN/EN 60335-2-27 und DIN 5050 Teil I + II klassifiziert sein.

•Nur speziell geschultes Fachpersonal kann Ihnen die richtigen Geräte und die geeignete Dosierung empfehlen.
Um Selbstbedienungsstudios mit Münzautomaten sollten Sie auf jeden Fall einen großen Bogen machen.

•Halten Sie die für Ihren Hauttyp empfohlene Anfangsbestrahlung ein. Überschreiten Sie auch nach mehreren Wochen nicht die am Gerät angegebene Höchstdauer.

•Im Sonnenstudio müssen Sie auf die Gesundheitsschädlichkeit hingewiesen werden. Gesundheitsfördernde Aussagen in Bezug auf Solarien sollten nicht getroffen werden.

•Nutzen Sie das Solarium nicht zur sogenannten Vorbräunung bevor Sie in den Sonnenurlaub fahren. Sie muten Ihrer Haut noch mehr schädigende UV-Strahlen zu und verschwenden zudem Geld und Zeit. Gewöhnen Sie Ihre Haut lieber erst im Urlaub langsam an die Sonne.

•Wenn Sie unter einer Hautkrankheit leiden, Medikamente einnehmen oder zu krankhaften Hautreaktionen neigen, sollten Sie vor dem Gang ins Solarium unbedingt Ihren Arzt befragen.

•Verwenden Sie bereits einige Stunden vor dem künstlichen Sonnenbad keine Parfüms und entfernen Sie alle Kosmetika.

•Benutzen Sie im Solarium keine Sonnenschutzmittel.

•Tragen Sie immer (!) eine Schutzbrille aus UV-undurchlässigem Plastikmaterial.
Überlegen Sie sich genau, ob Sie wirklich ins Solarium müssen.

Auf keinen Fall ins Solarium gehen sollte, wer...

• unter 18 Jahre alt ist.
• Hauttyp 1 angehört (helle Haut, Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder   grüne Augen).
• mehr als 40 Leberflecke hat.
• auffällige Leberflecke hat.
• als Kind oft einen Sonnenbrand hatte.
• zu Sommersprossen und Sonnenbrandflecken neigt.
• eine Vorstufe von Hautkrebs zeigt.
• an Hautkrebs erkrankt war oder ist.
• ein transplantiertes Organ hat.





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