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Stationäre Reha auf Sylt

30.01.2017

www.asklepios.com/sylt/akut/Sylt- die nördlichste Insel Deutschlands in der Nordsee - schnell kommen Assoziationen auf wie „die Insel der Reichen und Schönen“, Partys in Szene-Lokalen von Kampen oder der Sonnenuntergang in der Lokalität „Sansibar“ in Rantum. Doch wer diese Insel auf diese Assoziationen begrenzt, wird ihr dabei alles andere als gerecht. Sylt hat aufgrund seiner klimatischen Bedingungen und Lage in der Nordsee ein Reizklima zu bieten, das klimatherapeutische Effekte im dermatologischen Bereich hervorbringt.


„Das Therapiedorf“
Am Rande von Westerland auf Sylt befindet sich eine moderne Reha-Klinik für pneumologische, dermatologische, orthopädische und onkologische Erkrankungsbilder, und das direkt am Meer.
Auch ein Akutkrankenhaus ist angeschlossen. Betritt man das Gelände, so kommt einem als Besucher schnell das Bild eines gallischen Dorfes vor Augen. Historisch gewachsen findet man unterschied-lichste Gebäude vor, die durch kurze Wege miteinander verbunden und auf modernstem Standard ausgestattet sind. Auf den Spuren von Asterix und Obelix kommt man schnell zu der Frage, wo sich wohl der „Miraculix“ des Dorfes mit seinem „Zaubertrank“ befindet…
Die dermatologische Arbeit vor Ort leisten Dr. Nobert Buhles und sein Team, sowohl im Reha- als auch im Akutbereich. Seit mehr als 28 Jahren setzt sich Dr. Buhles, Chefarzt der Dermatologie, für stationäre Behandlungen für Menschen ein, die an chronischen Hauterkrankungen leiden. Das pollenarme Reizklima wird dabei heute mit ganzheitlichen Behandlungsansätzen verbunden, da „Hautkuren“ als ostgebundene und alleinige Heilmittel keine Akzeptanz an sich erfahren.

Der Hautpatient per se
Als Hautbetroffener von Rosazea, Neurodermitis oder Vitiligo trägt man mehr oder minder tagtäglich sein Päckchen mit sich. Unabhängig davon, ob nun z. B. Juckreiz, Rötungen oder depigmentierte Hautareale dem Betroffenen zu schaffen machen, haben doch alle Betroffenen gemeinsam, mit ihrer Haut auch im Außen „aufzufallen“. Stigmatisierung, Ausgrenzung oder Ablehnung können auftreten. Ganz zu schweigen davon, dass man sich in hautschweren Phasen als Hautbetroffener in der eigenen Haut nicht wohl fühlt und man schnell an seine eigenen Grenzen geraten kann, was den privaten und beruflichen Stress am Heimatort betrifft. Oftmals treten temporäre Arbeitsunfähigkeitszeiten auf, bei anhaltenden Problemen können Umschulungen notwendig werden. Und genau an dieser Stelle setzt die stationäre dermatologische Behandlung an. Klimatherapie und medizinische Behandlungsansätze werden mit psychosozialen Angeboten gekoppelt, um dem Betroffenen wieder zu mehr Selbständigkeit und Lebenszufriedenheit zu verhelfen.
Der behandelnde Dermatologe kommt so seiner „Wegweiserfunktion“ nach, den Hautbetroffenen während seiner stationären Behandlung darin zu unterstützen, individuelle Wege für sich im Alltag im Umgang mit der Erkrankung zu finden. Mit Abstand zum Alltag und mit Zeit für die Auseinandersetzung in Bezug auf die bisherigen Strategien zur Krankheitsbewältigung kehrt der Hautbetroffene nach drei oder mehr Wochen an den Heimatort zurück, im Gepäck hoffentlich weitere Strategien zum Selbstmanagement der eigenen Hauterkrankung im Alltag.

Rosazea-Betroffene
Ist man als Erwachsener von Rosazea betroffen, so stellt dieser bisher nicht den klassischen Reha-Patienten dar. Betroffene gehen zum Teil den Weg der Hautzweitdiagnose, um eine Bewilligung für eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme zu erhalten. Liegen z. B. Allergien oder Atemwegserkran-kungen vor, so werden diese als Erstdiagnose im Reha-Antrag aufgeführt. Infolge einer Begleit-dermatitis und ambulant ausgeschöpften Heilmitteln am Heimatort des Patienten kann der statio-näre Aufenthalt dafür hilfreich sein, erste therapeutische Schritte einzuleiten. Und so wird das Reizklima vor Ort zum Trainingslager für Menschen, die auch im Umgang mit der Sonne einen adäquaten Weg finden müssen, wie bei Rosazea. So kann der Betroffene im ganzheitlichen stationären Rahmen in den Bereichen medizinische Behandlung, Sonnenschutz und Kosmetik geschult werden, welche in der Umsetzung für die Rückkehr in den Alltag nützlich sind. Und gerade diese therapeutischen Bausteine kann der behandelnde Dermatologe am Heimatort schwerlich leisten.

„Der Zaubertrank“ auf Sylt
In der heutigen Zeit, in der chronisch Hautbetroffene trotz gesetzlicher Krankenversicherung viele Pflege- und Behandlungsansätze selbst finanzieren müssen, kommt die Kombinationstherapie von dermatologischen Akut- und Rehabilitationsmaßnahmen an einem Ort im Reizklima, dem „Klein-Sylt“ auf circa 20000 qm, am ehesten der Miraculix´schen Zauberformel nahe.
Je nach Schweregrad können Hautbetroffene im Akutbereich in ihrer Rehafähigkeit bzw. im Reha-Bereich in ihrer Arbeitsfähigkeit unterstützt werden. Krankheitsakzeptanz, Therapieeinsicht und Selbstmanagementstrategien sollten den Betroffenen auf dem Weg zurück in den Alltag unterstützen. Auf diese Weise erfahren Hautbetroffene, die ihre Erkrankung über ihre Lebenszeit mit sich tragen, immer wieder die Möglichkeit, Abstand zum Alltag zu finden, durchzuatmen, die eigenen Strategien zu überdenken und ggf. zu verändern, und eben neue Kraft für gute Behandlungskonzepte zu tanken. Schöner – wie es folgendes Sprichwort ausdrückt - lässt es sich kaum auf den Punkt bringen: „Unterschätze nie einen Menschen, der einen Schritt zurück macht. Er könnte Anlauf nehmen.“

Autorin: Dipl.-Psych. Sonja Dargatz





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