Loading...

Anzeige

Anzeige
25.08.2008

Hautpflege in der kalten Jahreszeit

Anzeige

Anzeige
Was ist bei der Haut im Winter anders?

Die Haut ist im Winter meistens empfindlicher als im Sommer. Darüber klagen viele Patienten beim Hautarzt, aber selbst Hautgesunde spüren oft einen deutlichen Unterschied. Am stärksten betroffen sind unbedeckte Hautpartien, das heißt das Gesicht und bedingt auch die Hände. Für die höhere Empfindlichkeit gibt es verschiedene Gründe: Durch die geringere UV-Intensität im Winter (die Atmosphäre filtert bei niedrigerem Sonnenstand vor allem mehr UVB heraus) baut sich die im Sommer als natürlicher Sonnenschutz angelegte sogenannte Lichtschwiele – eine Verdickung der Hornschicht – zurück. Dadurch nimmt neben Eigenschutz der Haut gegen UV gleichzeitig auch ihre Barrierefunktion gegen Austrocknung und das Eindringen von Schad- und Reizstoffen, ja sogar Allergenen ab. Im Sonnenstudio (Menschen unter 18 Jahren sollten da nicht hin gehen. So die Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention www.unserehaut.de) kann man zwar eine gewisse Bräunung der Haut erzeugen, aber keine Lichtschwiele. Auch ein Kurzurlaub mit viel Sonnenbaden bringt in dieser Beziehung nichts, weil erst nach drei bis vier Wochen regelmäßiger Sonnenbestrahlung die maximale Hornschichtdicke erreicht wird.

Kälte hemmt die Bildung und Verteilung des schützenden Hauttalgs.

Unter 8° C kommt der Talgfluss zum Erliegen. Wie Butter ist auch unser Talg bei „Kühlschranktemperaturen“ fest und kann sich nicht mehr auf der Haut verteilen. Der Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche enthält dann zu wenig Fett, um einen wirksamen Schutz gegen eindringende Reizfaktoren zu bilden. An windigen Tagen kann durch den sog. wind-chill-Effekt (die Luftbewegung entzieht der Haut zusätzlich Wärme) auch bei höheren Temperaturen schon ein Ausfall des Talgschutzes zu Stande kommen.
Kalte Luft ist trocken. Sie entzieht der Haut Feuchtigkeit, so dass der Wassergehalt der Hornschicht absinkt. Die barrierebildenden Lipidstrukturen dieser Schicht werden bei zu geringem Wassergehalt – unter zehn Prozent – durchlässiger für eindringende Schad- und Reizstoffe, aber auch für weiteren Wasserverlust, was einen Teufelskreis in Gang setzen kann. Aber auch in geheizten Räumen gibt es kaum Entlastung für die Haut, weil auch hier eine geringe Luftfeuchtigkeit von oft dreißig Prozent oder sogar darunter herrscht. Gerade bei vorbestehenden Barrierestörungen der Haut, zum Beispiel bei atopischer Dermatitis, aber auch nach Peeling-Behandlungen, kann dies Reizungen und ein erhöhtes Allergierisiko hervorrufen.

Auskühlung führt zu verminderter Hautdurchblutung.

Bei längerem Aufenthalt im Kalten kann deshalb die unbedeckte Haut, aber auch die bekleidete Haut unter mangelnder Kälteisolation in ihrem gesamten Hautstoffwechsel beeinträchtigt werden. Das betrifft nicht nur die oberflächlichen Schichten, sondern auch Dermis und Unterhautfettgewebe, mit möglichen Auswirkungen auf Faltenbildung und Cellulite. Diese langfristigen Hautveränderungen sind jedoch diesbezüglich nicht dermatologisch untersucht.
Inwieweit eine höhere Schadstoffbelastung der Außenluft bei Wintersmog-Wetterlagen, also zum Beispiel lang anhaltendem Nebel und in Innenräumen durch unzureichendes Lüften eine Rolle spielen, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt.
Aufgrund der erhöhten Empfindlichkeit der Haut im Winter ist es aus dermatologischer Sicht sinnvoll, besonders Kosmetika für trockene Haut im Winter zu testen. Verträglichkeitsprobleme lassen sich so zuverlässiger erkennen, aber auch Pflegeeffekte wirken sich stärker aus.

Wie äußert sich die erhöhte Empfindlichkeit der Haut?

Hier ist die ganze Skala von Symptomen der Trockenheit und Irritation zu verzeichnen. Angefangen mit einem leichten Spannungsgefühl nach der Hautreinigung, über Rötungen, Juckreiz oder Brennen, kann die Reaktion der Haut bis hin zur massiven Schuppung und Ekzembildung gehen. Akute Schübe einer atopischen Dermatitis und Psoriasis, häufigeres Auftreten von Kopfschuppen – meist als Symptom einer so genannten seborrhoischen Dermatitis – treten im Winter gehäuft auf. Allerdings gibt es auch viele Patienten mit atopischer Dermatitis, die durch das Schwitzen und durch weniger Kleidung intensiveren Hautkontakt mit Aeroallergenen im Sommer stärker zu leiden haben. Auch bei Akne ist das Bild uneinheitlich. Manche Patienten entwickeln im Winter mehr Mitesser und Pickel, andere weniger.
Rissige Handflächen und Fingerkuppen und vergleichbare Veränderungen an den Füßen treten ebenfalls im Winter gehäuft auf. Auch die Lippen mit ihrer dünnen Hornschicht und den fehlenden Talgdrüsen werden leichter rau und rissig.
Sie haben auch keinen UV-Schutz und sind deshalb im Sommer wie im Winter von Sonnenbrand gefährdet.
Sonnenbrand ist auch eine häufige unerwünschte Begleiterscheinung beim Wintersport, weil das Sonnenschutzmittel hier oft vergessen oder im Lauf des Tages nicht erneuert wird.
Gerade bei Freizeit-Wintersportlern sehen Ärzte und darunter insbesondere die Dermatologen auch direkte Kälteschäden der Haut wie Frostbeulen und Erfrierungen. Selbst wenn bei strahlendem Sonnenschein die Temperaturen gar nicht so niedrig empfunden werden, kann Kälte, verstärkt durch den windchill-Faktor, die Haut massiv schädigen.

Gibt es Risikofaktoren für eine erhöhte Hautempfindlichkeit im Winter?

Wer ohnehin trockene Haut hat, wird von den Faktoren, die den Wasserhaushalt der Haut im Winter beeinträchtigen, besonders stark beeinträchtigt, also alle, die eine Veranlagung zur Neurodermitis haben. Alle, die oft und heiß duschen oder baden, haben ebenfalls im Winter ein höheres Risiko für Hautprobleme, weil die eingeschränkten Schutzfunktionen der Haut die Zusatzbelastungen durch die Reinigungsprozeduren oft nicht mehr verkraften können.
Die Häufigkeit und Intensität solcher Behandlungen sollte deshalb sorgfältig begrenzt werden und der verminderte Schutz durch intensive und dem individuellen Hauttyp entsprechende Pflege nach der entsprechenden Behandlung ausgeglichen werden. Dabei ist auch ein erhöhter UV-Schutz notwendig.
Hellhäutige Menschen haben im Winter ebenso wie im Sommer eine höheres Risiko für UV-Schäden, das heißt nicht nur für kurzfristige und reversible Effekte wie Sonnenbrand, sondern auch für Langzeitschäden wie etwa ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und vorzeitige Hautalterung.

Dr. Martina Kerscher,
Studiengang Kosmetik
und Körperpflege,
Fachbereich Chemie,
Universität Hamburg











Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren!

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige
hautsache.de Newsletter

Abonnieren Sie unseren
hautsache.de Newsletter!

Immer aktuelle News zu Ihrem Hautthema.
Monatlich direkt in Ihr E-Mail-Postfach!

Jetzt anmelden

Anzeige

Anzeige
powered by webEdition CMS