Regividerm. Angeschmiert
18.05.2010
Es war ein großer Aufreger im Herbst 2009: Angeblich verhinderten Pharmafirmen den Verkauf einer Salbe, die gegen Neurodermitis hilft.
Jetzt hat der WDR dem Autor gekündigt - wegen falscher Aussagen und wegen Verstoßes gegen Programmgrundsätze.
Ein Mediziner und ein Chemiker hatten die Rezeptur schon vor gut 20 Jahren gefunden, aber laut Film wollte kein Unternehmen die Creme produzieren. Ein kleiner Hersteller - die Firma Regeneratio aus Remscheid bei Düsseldorf - hatte schließlich im November 2009 die Genehmigung als rezeptfreies Medizinprodukt erhalten.
Der Deutsche Neurodermitis Bund e.V. hatte sich entschieden gegen einen solchen
Medienhipe für ein Allerwelts-Hautpflegemittel gewandt.
Der 1. Vorsitzende, Thomas Schwennesen, damals:“ Die Betroffenen sind wieder einmal die Dummen. Heilung wird völlig unreflektiert in öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen zu besten Sendzeiten versprochen. Was bleibt ist die Ernüchterung, dass es leider so einfach doch nicht geht. Und dein paar Euro sind auch wieder geflossen. Man möchte ja nichts unversucht lassen. Heilung unerwünscht? Nein, Heilung ist so auch nicht möglich!“
(Näheres unter www.neurodermitis-bund.de)
Gegen das Feature wurde laut WDR formelle Programmbeschwerde erhoben. Neben dem Rundfunkrat des WDR wurde auch die interne Revision des Senders einbezogen. "Die Prüfung hat ergeben, dass der Mitarbeiter seine unmittelbaren Vorgesetzten, die Fernsehdirektorin und die Intendantin und damit mittelbar auch die Gremien wiederholt über den Zusammenhang von Sendedatum und Buchveröffentlichung getäuscht und in einer dienstlichen Erklärung falsche Angaben gemacht hat", heißt es in einer Stellungnahme des WDR.
"Ich bin tief enttäuscht über den Vertrauensbruch", sagt WDR-Intendantin Monika Piel: "Für mich ist dadurch die Grundlage für eine Zusammenarbeit entfallen. Es muss klar sein, dass unsere journalistische Unabhängigkeit nicht verhandelbar ist und dass der WDR ein solches Fehlverhalten nicht duldet."
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