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Wann beginnt Neurodermitis?

10.07.2020

Neurodermitis beginnt häufig im Babyalter, und zwar mit dem sogenannten Milchschorf. Bis zur Einschulung sind 10 - 12 % der Kinder von dieser Hautkrankheit betroffen, die immer seltener auftritt, je älter man wird. Dennoch können auch Erwachsene plötzlich eine Neurodermitis entwickeln, wenn es einen entsprechenden Auslöser gibt. Das kann etwa eine große seelische Belastung sein. Seit Jahren sucht man nach den Ursachen dieser Hautkrankheit und es gibt viele Hinweise, wie Eltern bereits in der Schwangerschaft ihr Kind schützen können.
Jeder Erwachsene, der Neurodermitis kennt, kann sich die Qualen von Kindern und ihren Eltern ausmalen, die mit dieser entzündlichen Hautkrankheit umgehen müssen. Das Gute ist jedoch, dass Eltern tatsächlich einiges tun können, um ihrem kleinen Schatz den Umgang mit dem atopischen Ekzem, wie die Überreaktion heute korrekterweise genannt wird, zu erleichtern. Dabei beginnen die Probleme häufig schon im Säuglingsalter.

Nicht jeder Milchschorf ist ein beginnendes atopisches Ekzem – rund die Hälfte jedoch schon

Eine Neurodermitis bei Babys und Kindern tritt in der Regel an ganz anderen Stellen auf als bei Jugendlichen und Erwachsenen. Ein Beispiel ist der Milchschorf, den es tatsächlich nur bei Babys gibt. Viele Kinder haben diese weiß-gelben Schuppenkrusten auf dem Kopf oder im Gesicht. Manchmal treten sie auch auf den Streckseiten der Arme und Beine auf. Unterschieden werden muss der Milchschorf vom Kopfgneis, der auf der Kopfhaut sitzt und eine gelbliche oder bräunliche Farbe zeigt. Er ist harmlos und verschwindet in der Regel in den ersten zwölf Lebensmonaten wieder. Im Unterschied zum Milchschorf ist die Haut unter dem Gneis nicht gerötet.
Auch Milchschorf kann bis zum zweiten Lebensjahr ausheilen und das Kind zeigt nie wieder Anzeichen einer Neurodermitis. In rund der Hälfte der Fälle handelt es sich jedoch um das erste Auftreten der Krankheit, weshalb Veränderungen der Haut immer von einem Arzt begutachtet und überwacht werden sollten. Handelt es sich nämlich um ein atopisches Ekzem, kann sofort mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden. So kann eine Ausbreitung und Verschlimmerung oftmals verhindert werden.

Milchschorf plus: weitere Symptome folgen schnell

Bald zeigen sich bei den kleinen Patienten weitere Symptome. Die roten Hautstellen beginnen zu jucken, es bilden sich Ekzeme. Bei Babys geschieht das meistens im Gesicht, an den Ohren und an anderen Stellen am Kopf. Bei Kleinkindern finden sich die Stellen hingegen häufig dort, wie die Haut an Gelenken besonders beansprucht wird. Diese Beugeekzeme an den Ellenbogen, Knie und Handgelenken werden oft von schuppigen Stellen im Gesicht, auch an den Lippen und Augenlider, im Nacken, am Po und den Oberschenkeln begleitet. Die große Hoffnung: Bei vielen Kindern verschwinden die Neurodermitis-Symptome bis zum 2. Lebensjahr.

Größtes Problem: Der Juckreiz

Neurodermitis bei Kindern ist aus denselben Gründen quälend, wie bei Erwachsenen: der Juckreiz. Man muss schon eine Menge Selbstdisziplin haben, um sich nicht die ganze Zeit zu kratzen, was Kindern natürlich noch fehlt. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Eltern die passenden Hilfsmittel finden, um ihnen das Leben zu erleichtern. In einer Beziehung haben es sehr kleine Kinder jedoch leichter: Sie denken noch nicht darüber nach, wie ihre Ekzeme auf andere Menschen wirken könnten. Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

Mit gutem Zureden oder Ermahnungen wird man ein Kind nicht davon abhalte, seinem Impuls zu kratzen, nachzugeben. Das wäre jedoch fatal, denn durch die wundgekratzte Haut können Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen. Eine kleine Hilfe sind hier Handschuhe aus Baumwolle, die vor dem nächtlichen, unbewussten Kratzen schützen. Es gibt im Fachhandel auch spezielle Overalls, die angenähte Kappen an den Ärmeln haben.

Das regelmäßige Eincremen sorgt für Linderung, ist im ersten Moment aber unangenehm. Darum sollte es am besten zu einem kleinen „Event" gemacht werden, also mit gemeinsamem Singen, dem Erzählen einer Geschichte oder dem Schauen einer Sendung verbunden sein. Im Sommer empfinden es viele Patienten als angenehm, wenn die Lotion vor dem Eincremen im Kühlschrank stand. Auch kühlende Umschläge können Linderung verschaffen. Dabei sollte jedoch kein Eis verwendet werden, weil es einen zu großen Kältereiz auf der Haut erzeugt.

Die richtige Kleidung

Für Erwachsene und Kinder gilt gleichermaßen: die Kleidung kann die Symptome lindern oder verschlimmern! Wolle ist grundsätzlich zu vermeiden, da sie sich schon auf gesunder Haut kratzig anfühlen und Juckreiz auslösen kann. Baumwolle, Viskose oder auch Seide sind besser geeignet. Sie sind glatt und weich. Kleidung aus Biomaterialien ist zu bevorzugen, ebenfalls sollten die Kleidungsstücke weiß oder zumindest hell sein. Auf diese Weise reflektieren sie das Sonnenlicht und sind mit großer Wahrscheinlichkeit frei von reizenden Farbstoffen bzw. den entsprechenden Resten.
Nachtkleidung für kleine Patienten sollte möglichst hochgeschlossen sein. Je weniger Haut frei liegt, umso weniger kann gekratzt werden. Da der Juckreiz durch Wärme schlimmer wird, sind sowohl leichte Schlafkleidung als auch Bettdecken zu bevorzugen.

Weitere Hilfen: die Ernährung und der Zustand der Seele

Wer unter einem atopischen Ekzem leidet, kann mit der richtigen Ernährung eine Menge ausrichten. Das gilt natürlich ebenso für Kinder wie für Erwachsene. Häufig haben kleine Neurodermitis-Patienten Allergien auf bestimmte Speisen, was bei der Ernährung beachtet werden muss. Gesund und vollwertig sollten die Lebensmittel sein, was zur Linderung beitragen kann.
Weiterhin sollte auch die Psyche unterstützt werden. Wie bei Erwachsenen wirken sich Stress und Kummer negativ aus. Und wer unter dauerndem Juckreiz leidet, braucht besonders viel Verständnis und Geduld. Auf diese Weise kann die ganze Familie lernen, mit den Ekzemen zu leben.

Auch ganz wichtig: Spielzeug für Kinder





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