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So empfindlich ist unsere Haut

29.10.2021

Abbildung : Inbegriff der Schönehit, Schutzbarriere und doch verletzlich - unsere Haut ist etwas ganz Besonderes. Bildquelle: @ ivanovgood / Pixabay.com„Ich möchte nicht in Deiner Haut stecken" – diese eher drohende Redensart zeigt sehr anschaulich, was unsere Haut ist. Sie fungiert als Schutz unseres Körpers vor der Außenwelt. Diesen Schutz gewährt sie auf unterschiedlichste Art und Weise. Doch trotz der robusten Funktion lässt sich unser größtes Einzelorgan trotzdem als sensibel bezeichnen. Zahlreiche äußere und innere Faktoren haben einen Einfluss auf unsere Hautgesundheit. Welche Funktionen unsere Haut erfüllt und wie wir potenziellen Gefahren begegnen können, zeigt dieser Artikel.





Was ist unsere Haut?

Die Haut des Menschen ist ein Flächenorgan (das Größte), welches eine Größe von 1,5 bis 2 Quadratmetern aufweist. Sie besteht aus 3 unterschiedlichen Schichten:

⦁ Oberhaupt (Epidermis)
Die wirkliche Grenze unseres Körpers zur Außenwelt stellt die Epidermis dar. Durch diese wird das Eindringen fremder Mikroorganismen verhindert und sie schützt und gleichzeitig vor schädlicher UV-Strahung. Die äußerste Schicht besteht aus Hornzellen und erneuert sich stetig. Ihre Stärke variiert je nach Bedarf, wobei sie an häufig beanspruchten Stellen (z.B. unter den Füßen) durchaus bis zu 2 Millimeter dick werden kann.

⦁ Lederhaut (Dermis)
Die Dermis ist die mittlere der drei Hautschichten und dient vor allem der Verankerung der Epidermis. Sie beherbergt Schweiß- und Talgdrüsen und versorgt die Epidermis mit allen nötigen Nährstoffen.

⦁ Unterhaut (Hypodermis)
Die Hypodermis stellt das Unterhautgewebe dar und beherbergt in seinen Bindegewebskammern Fettzellen. Diese schützen uns vor Unterkühlung. Zusätzlich bildet sie Schleimbeutel an den Stellen aus, an denen Haut dicht am Knochen liegt (z.B. am Ellenbogen oder im Kniegelenk). Zu guter Letzt kann die Hypodermis auch Wasser binden und erweist sich so für unseren Wasserhaushalt als nützlich.

Das sind die Hauptaufgaben der Haut
Unsere Haut sorgt durch ihren speziellen Aufbau dafür, dass eine ganze Reihe wichtiger Schutzfunktionen ausgeführt werden:

⦁ Mechanischer Schutz (vor dem Eindringen von Fremdkörpern)

⦁ Schutz vor Bakterien und Pilzen (saure Oberfläche durch Schweiß und Talg)

⦁ Sonnenschutz (durch Hornschicht und Melanin – allerdings begrenzt)

⦁ Wärmeregulierung (durch Weiten oder Zusammenziehen der Gefäße, das Absondern von Schweiß und durch die Fettpolster in der Hypodermis)

⦁ Sinneswahrnehmung (durch Registrierung äußerer Reize)

⦁ Produktion von Vitamin D (durch Sonneneinwirkung auf die Haut)

⦁ Abwehr (durch Immunprozesse in der Haut)

⦁ Schutz vor Wasserverlust des Körpers

Grundsätzlich ist unser größtes Organ also ein echtes Multitalent, ohne das wir nicht existieren könnte. Schon ein Verlust von 20% unserer Hautfläche kann für uns im schlimmsten Fall tödlich sein und bei schweren Verbrennungen mit über 50% Hautverlust ist die Überlebenschance nur noch sehr gering.

Multitalent und „Sensibelchen": Was unserer Haut Probleme bereiten kann
Die Haut übernimmt für den menschlichen Körper zahlreiche Schutzfunktionen. Trotzdem ist sie auf gewisse Art und Weise auch selbst sehr angreifbar und sensibel. Die folgenden Situationen können zu Hautproblemen führen und sollten deshalb entsprechend gehandhabt werden:

⦁ Längerer Kontakt mit belastenden Substanzen

Hautirritationen und Hautrötungen können entstehen, wenn wir über einen längeren Zeitraum hinweg mit belastenden Substanzen in Kontakt geraten. Ein gutes Beispiel stellt in diesem Zusammenhang das Reinigungsgewerbe dar. Zu langer Kontakt mit bestimmten Reinigungsmitteln kann zu einer entzündlichen Reaktion (Kontaktdermatitis) führen. Aus diesem Grund ist ein entsprechender Hautschutz (passende Reinigungshandschuhe) gerade bei längerer Exposition unumgänglich.

Darüber hinaus kennen auch Stoma-Patienten diese Problematik, wenn es an der Versorgungsstelle zu Hautirritationen kommt. Selbst die besten Stoma-Versorgungsprodukte sollten deshalb regelmäßig gecheckt werden, um eine zu lange Exposition der Haut mit Stuhl oder Urin zu vermeiden.

⦁ Übermäßige Sonneneinstrahlung

Kriegt unsere Haut zu viel UV-Strahlung (vor allem UV-B-Strahlung) ab, entsteht schnell ein Sonnenbrand. Wie lange wir uns der Sonne aussetzen können, ohne einen beginnenden Sonnenbrand zu bekommen, hängt vom jeweiligen Hauttyp ab:

⦁ Hauttyp I (sehr helle Haut): 5-10 Minuten

⦁ Hauttyp II (helle Haut): 10-20 Minuten

⦁ Hauttyp III (dunklere Hautfarbe): 20-30 Minuten

⦁ Hauttyp IV (dunkle Haut): 30-40 Minuten

Da Sonnenbrand zum einen schmerzhaft ist, aber zum anderen nach wiederholtem Auftreten auch zu Hautkrebs führen kann, ist ein hochwertiges Sonnenschutzmittel vor dem Sonnenbaden oder schützende, luftige Kleidung unbedingt zu empfehlen.

Tipp: Wer bereits mehrfach einen schweren Sonnenbrand hatte, sollte regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen. Für Personen über 35 Jahre zahlt die Krankenkasse auch ohne Verdacht alle 2 Jahre eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung.

⦁ Stress

Stress ist in unserem Alltag für viele Menschen zu einem stetigen Begleiter geworden. Einst als körperliche Reaktion für den Kampf oder die Flucht unersetzlich, kann uns Stress auch heute noch helfen, schwierige Aufgaben oder Situationen zu meistern. Problematisch wird es allerdings, wenn der Stress chronische Züge annimmt. In diesem Fall geraten wir in ein hormonelles Ungleichgewicht. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel sorgt nämlich dafür, dass die natürliche Barrierefunktion unserer Haut geschwächt ist. Da zudem auch weniger Flüssigkeit in der Haut gespeichert wird, können Hautunreinheiten und Irritationen sich einfacher manifestieren.

Die Haut kann also durchaus als Alarmsignal für ein zu hohes Stresslevel verstanden werden. In solchen Fällen ist es wichtig, zu handeln und Stress zu reduzieren. Neben Entspannungstechniken und einer verbesserten Schlafhygiene kann es im schlimmsten Fall auch notwendig werden, das eigene Leben komplett umzukrempeln.

⦁ Medikamente

Die Einnahme von Medikamenten kann ebenfalls Hautprobleme verursachen. Bei sehr vielen Medikamenten gehören flecken- oder knötchenartige Hautausschläge (Arzneimittelexantheme) zu den häufigen Nebenwirkungen. So zum Beispiel:

⦁ Antibiotika (z.B. Amoxicillin)

⦁ Gichtmedikamente (Allopurinol)

⦁ Schmerzmittel (z.B. ASS, Ibuprofen)

⦁ Medikamente gegen Epilepsie

Neben einem Hautausschlag kommt es mitunter sogar zu einer sogenannten Nesselsucht. Sollte diese sich nicht binnen weniger Stunden wieder zurückbilden, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und das Ganze abklären zu lassen. Dies gilt umso mehr bei Schwellungen, da sie Hinweise auf einen allergischen Schock sein können – hier ist ein Arztbesuch also in jedem Fall sinnvoll.

Die hier aufgezählten Ursachen für Hautproblemen stellen nur eine kleine Auswahl an mögliche Risikofaktoren dar. Daneben existieren noch viele weitere Gefahrenquellen wie zum Beispiel falsche Hautpflege, Allergien auf Inhaltsstoffe in Duschgels, Seifen oder Shampoos oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dies zeigt sehr eindrucksvoll, dass unsere Haut als erste Barriere zur Außenwelt durchaus vielen potenziellen Risiken ausgesetzt ist.

Hautgesundheit ist der erste Schritt zur Gesundheit
Unsere Haut ist unsere Schutzhülle gegen zahlreiche Einflüsse von außen. Damit sie diese Aufgabe erfüllen kann, müssen wir dafür sorgen, dass sie gesund bleibt. Dazu gehört zum einen, schädliche Einflüsse möglichst zu reduzieren und fernzuhalten. Darüber hinaus sollten etwaige Hautprobleme im Blick behalten und bei Bedarf behandelt werden. Wer seine Haut gesund hält, hat meist schon den ersten Schritt für seine komplette Gesundheit getan.





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